In der Geschichte des Webs gab es fast immer Phasen, in denen ein bestimmter Browser besonders weit verbreitet, und klarer Marktführer war. Aktuell ist dies sehr deutlich Google Chrome: Im April 2019 haben diesen rund 66% der Internetnutzer in Verwendung.

Sehr häufig macht es jedoch Sinn, sich nicht einfach mit dem Platzhirsch zufrieden zu geben, sondern auch nach Alternativen umzusehen. Auch der Browser-Markt bietet heute eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Web-Browser, allesamt mit ihren individuellen Stärken und Schwächen. Unser Browser Vergleich soll daher auf die unterschiedlichen Besonderheiten der jeweiligen Browser eingehen, und ihre speziellen Eigenschaften hervorheben.

Einleitung

In unserem großen Browser Vergleich zeigen wir Ihnen einige der wichtigsten Browser für das moderne Web. Heute gibt es so viele Browser am Markt, dass wir uns hier auf eine Auswahl von 5 bekannten und recht weit verbreiteten Browsern konzentrieren.

Grundsätzlich macht es Sinn, einen relativ bekannten und etablierten Browser zu verwenden. Sie profitieren in dem Fall von häufigen Updates seitens des Herstellers. Updates sind wichtig um Sicherheitslücken im Browser zu schließen, können aber auch genutzt werden um neue Features zu implementieren. Aus diesem Grund wählen wir in diesem Internet Browser Vergleich bewusst solche Browser aus.

Neben den Fragen nach Funktionalität und Sicherheit ist ein weiterer zu berücksichtigender Faktor jedoch, wie ressourcenschonend der Browser arbeitet. Insbesondere wenn man einen leistungsmäßig schwächeren Computer nutzt, oder aber gerne viele Fenster bzw. Tabs gleichzeitig geöffnet hat, ist ein ressourcenschonender Browser sehr wichtig. Die in unserem Web Browser Vergleich vorgestellten Kandidaten bieten zwar allesamt eine solide Performance, dennoch gibt es auch klare Unterschiede in diesem Bereich.

Browsermarkt

Schon in den 90er Jahren war der Browsermarkt hart umkämpft: Der Netscape Navigator und Microsoft’s Internet Explorer kämpften zu der Zeit um die Gunst der Surfer.

War Mitte der 90er noch Netscape die Wahl der meisten User, gewann der Internet Explorer im Laufe der Zeit Schlagartig an Bedeutung. Insbesondere die standardmäßige Integration des Internet Explorers in Microsoft Windows verhalt ihm dazu, zu seinen besten Zeit von über 70% der Windows-User verwendet zu werden.

Einige Jahre später entwickelte die Mozilla Foundation auf der Basis des Codes des alten Netscape Navigators den ersten Open Source Browser: Mozilla Firefox. Firefox gewann stark an Beliebtheit, konnte aber den Internet Explorer nicht wirklich von der Spitze verdrängen. So war der Internet Explorer noch bis 2012 der meistgenutzte Browser unter Windows-Anwendern.

(ANMERKUNG: Dies wird im Text des Artikels angegeben; Auf der eingebetteten Grafik wird Firefox jedoch mehrere Jahre als Marktführer dargestellt: https://de.statista.com/graphic/1/13007/marktanteile-der-browser-bei-der-internetnutzung-in-deutschland-seit-2009.jpg)

An der Stelle wurde er jedoch vom 2008 entwickelten Google Chrome abgelöst. Chrome war ursprünglich ein eher rudimentärer Browser, der mit seinen Konkurrenten funktionell nur schwer mithalten konnte – er wurde aber von Google sehr schnell und in kurzen Intervallen immer weiterentwickelt, sodass er schließlich zu einem sehr hochwertigen Browser heran wuchs.

Chrome konnte viele Internet Explorer- und Firefox-Nutzer für sich gewinnen. Teilweise lag dies jedoch auch daran, dass er häufig mit kostenlosen Softwareprogrammen mitgeliefert wurde. Auch gab es natürlich starke Werbemaßnahmen seitens Google.

Microsoft startete mit Windows 10 den Versuch, durch den Edge-Browser wieder eine stärkere Rolle am Browser-Markt zu spielen. Dieser Versuch gelang zahlenmäßig jedoch nicht. In Zukunft will auch Microsoft Edge auf die Chromium-Engine setzen.

Heute ist Google Chrome sehr deutlich die Nummer 1 im Hinblick auf die Beliebtheit der Webbrowser: Laut Marktshare wurde er im April 2019 von ca. 66% der Internetnutzer verwendet. In Deutschland ist er ebenfalls auf Platz 1, kommt hier jedoch laut Statista „nur“ auf ca. 44%.

Internet Explorer

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Der Internet Explorer ist auch heute den meisten Anwendern noch namentlich bekannt. Da Microsoft den Internet Explorer aber durch Edge mehr oder weniger abgelöst hat, macht eine Verwendung des ehemaligen Microsoft-Browsers heute für die meisten Menschen keinen Sinn mehr. Zwar ist der Browser weiterhin verfügbar, wird aber in erster Linie von bestimmten Unternehmen oder Behörden für die Anwendung im eigenen Intranet genutzt.

Bei den Microsoft Patch-Days werden sehr häufig Sicherheitslücken im Browser geschlossen werden. Aus heutiger Sicht gilt der Browser leider als sehr veraltet, und es kann ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen, ihn zu nutzen. Sofern Sie nicht einen wirklich guten Grund haben, warum Sie zum Internet Explorer greifen (müssen), sollten Sie dies nicht tun. Wir empfehlen in den aller meisten Fällen stattdessen die Nutzung einer anderen Option aus unserem Browser Vergleich.

Der heute standardmäßig mitgelieferte Browser von Microsoft Windows ist nicht mehr der Internet Explorer, sondern Microsoft Edge. Edge gilt als recht schneller und stabiler Browser und ist sehr gut in Windows integriert. Er hat jedoch teilweise Probleme mit HTML-Standards, und es gibt kaum Erweiterungen für ihn. Für die Zukunft ist eine Edge-Version basierend auf Google Chrome geplant.

Google Chrome

Der heutige Browser-Marktführer ist Google Chrome. Der Chrome-Browser basiert auf dem mit ihm eng verwandten Open Source Browser Chromium. Chromium bildet zugleich die Basis für andere Browser, darunter Opera, Vivaldi und dem künftigen Edge.

Chrome zeichnete sich von Beginn an durch seine enorme Schnelligkeit aus. Zwar gilt Chrome auch heute noch als einer der schnellsten Browser, seine Mitbewerber können jedoch in den meisten Benchmarks mittlerweile mit ihm einigermaßen mithalten, bzw. in manchen Teilbereichen sogar überholen.

Standardmäßig ist Chrome ein sehr schlanker Browser, der sich auf die wesentlichen Funktionen beschränkt. Er kann jedoch durch diverse, kostenlos verfügbare Erweiterungen um etwaige Zusatzfeatures ausgebaut werden. Google reagiert in Form von Sicherheitsupdates meist sehr schnell auf aktuelle Bedrohungen, es kommt also sehr oft zu Softwareupdates für Chrome.

Insgesamt gilt Chrome daher als sehr sicherer Browser, es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Der Browser bietet nicht ganz so viele Möglichkeiten, ihn an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, wie manche seiner Kontrahenten. Leider verfügt er derzeit auch über keinen integrierten Lesemodus.

Nicht nur in unserem Browser Vergleich, sondern am gesamten Browser-Markt ist Chrome momentan am weitesten verbreitet. Es ist eher nicht davon auszugehen, dass sich an dieser Dominanz in nächster Zeit etwas ändern wird.

Mozilla Firefox

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Mozilla Firefox war für viele Jahre die wichtigste Alternative zum Internet Explorer. In der jüngeren Vergangenheit hat der Browser jedoch nicht wenige Nutzer an Google Chrome verloren.

Die Entwickler haben den Browser mit Version 57 („Quantum“) einer sehr umfassenden Überarbeitung unterzogen. Dadurch wirkt der Browser optisch etwas moderner, arbeitet aber auch schneller und schneidet in Benchmarks besser ab als zuvor. Insbesondere der Speicherverbrauch konnte wesentlich verbessert werden.

Firefox ist wahrscheinlich der flexibelste aller Browser: Beispielsweise kann die Buttonleiste individuell angepasst, oder mit Hilfe von Skins das komplette Aussehen des Browsers verändert werden. Auch Firefox verfügt über unzählige Erweiterungen, die installiert werden können. Fortgeschrittene Anwender können via about:config noch tiefgreifendere Änderungen am Browser vornehmen – unerfahrene User sollten dies jedoch lieber nicht probieren.

Das interne Screenshot-Werkzeug sowie die mitgelieferte Leseansicht sind praktische Helfer im Alltag.

Insgesamt ist Firefox ein schneller und sicherer Browser. Er ist einer der wenigen „wirklichen“ Open Source Browser, und insbesondere auf Linux-Systemen meist die erste Wahl. In Sachen Performance kann er jedoch noch nicht ganz mit Chrome mithalten.

Opera

Der nun schon fast seit 20 Jahren existierende Opera Browser galt schon immer als Geheimtipp mancher Anwender. Opera überzeugte schon früh mit innovativen Funktionen und Ideen – er bietet immer ein etwas anderes Nutzererlebnis als andere Browser und grenzt sich damit recht klar von ihnen ab.

Beispielsweise erlaubt der Opera Browser dass anlegen von Notizen, oder die direkte Einbindung von Messengern wie WhatsApp, Faceboook oder Telegram. Auch ist Opera für den Einsatz von Mausgesten zur Steuerung bestimmter Funktionen bekannt.

Opera bringt standardmäßig einen eigenen Adblocker mit. Auch eine Wallet für Kryptowährungen wird mitgeliefert. Ein besonderes Highlight aus Datenschutz-Sicht ist jedoch die Tatsache, dass sich Opera-Nutzer mit einem kostenlosen VPN verbinden und dieses unbeschränkt nutzen können. Beim surfen über das VPN muss man jedoch langsamere Ladezeiten hinnehmen. Trotzdem ist ein standardmäßig integriertes VPN-Feature eine Funktion, mit denen sich Opera sehr deutlich von den anderen Optionen in unserem Browser Vergleich abhebt.

Opera warb einst mit dem Slogan „the fastest browser on earth“ – auch heute noch gilt er als sehr schnell, sicher und stabil. Er ist in unserem Browser Vergleich vielleicht der innovativste aller Kandidaten.

Vivaldi

Der Vivaldi Browser ist wahrscheinlich der noch unbekannteste Kandidat in unserem Browser Vergleich. In letzter Zeit gewann er jedoch stark an Bedeutung. Auch dieser Browser basiert auf dem Open Source Projekt Chromium und gilt als äußert schnell, anpassbar und sicher.

Vivaldi ist Chrome relativ ähnlich, bietet aber einige zusätzliche Features: Dazu zählen beispielsweise der integrierte Lesemodus oder die Notiz-Funktion, ähnlich wie beim zuvor genannten Opera Browser. Auch Mausgesten sind ein standardmäßiges Feature von Vivaldi. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Opera lässt sich also feststellen – und vermutlich nicht aus Zufall. Der Vivaldi-Entwickler gehörte einst nämlich auch zu den Gründern von Opera.

Sehr beliebt sind die Anpassungsmöglichkeiten von Vivaldi. User können aus einer Reihe vorgefertigter „Themen“ (Themes) wählen, und so das Aussehen des Browsers sehr deutlich verändern. Auch können Hintergrundfarben und -Bilder festgelegt, oder die Darstellung von Bedienelementen angepasst werden.

Vivaldi kann auf die Erweiterungen von Chrome zurückgreifen, d.h. der Browser verfügt hier über eine sehr große Auswahl.

In gewisser Weise könnte man also Vivaldi als eine Kreuzung aus Chrome und Opera betrachten, definitiv aber mit seinem eigenen Stil. Vivaldis Performance liegt jedoch etwas hinter der von Chrome, und bringt weniger besondere Spezialfunktionen (z.B. VPN, Crypo-Wallet etc.) mit als Opera.

Fazit

Wie Sie sehen ist die heute verfügbare Auswahl an Web-Browsern enorm vielseitig. Der Markt bietet eine Reihe sehr interessanter Browser, die allesamt überzeugende Features und Besonderheiten mitbringen. Daher kann es hier natürlich keinen klaren „Testsieger“ geben, der für alle Anwender die beste Wahl ist.

Vielmehr sollten Sie Ihren Browser gemäß Ihren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen auswählen. Und im Zweifelsfall können Sie natürlich problemlos mehrere Browser parallel installieren und persönlich testen. Es ist ohnehin empfehlenswert, zumindest einen zweiten Browser installiert zu haben – einfach für den Fall, dass Ihr Standardbrowser einmal ein Problem hat.

Ein paar allgemeine Tipps zur Auswahl des für Sie am besten geeignetsten Browsers können wir Ihnen jedoch noch mit an die Hand geben:

Wenn Sie auf schnelle Performance und möglichst rasche bzw. häufige Sicherheitsupdates Wert legen, könnte Google Chrome die beste Wahl für Sie sein. Sind Sie dagegen ein Verfechter von Open Source Software, haben Sie Datenschutz-Bedenken hinsichtlich Google, oder wünschen Sie sich einen sehr anpassbaren, flexibel Browser, so ist Mozilla Firefox vielleicht für Sie am geeignetsten.

Haben Sie Gefallen an innovativen Bedienkonzepten, und möchten Sie spannende Zusatzfeatures nahtlos in Ihrem Browser integriert haben, könnte dagegen Opera eine sehr gute Option für Sie sein. Oder wenn Sie gerne Neues ausprobieren, Ihnen Anpassbarkeit wichtig ist oder Sie sich eine Mischung aus Chrome und Opera wünschen, sollten Sie unbedingt einmal einen Blick auf Vivaldi werfen.